„Zwischenartlich“ oder auch „interspezifisch“ beschreibt etwas, das zwischen zwei unterschiedlichen Arten geschieht.
In diesem Zusammenhang sind das:
- der Mensch (Homo sapiens)
- und der Hund (Canis lupus familiaris)
Zwei Arten, die sich deutlich unterscheiden –
in ihrer Wahrnehmung, ihrer Kommunikation und ihrer Art, die Welt zu erleben.
Und gleichzeitig zwei Arten, die seit sehr langer Zeit eng miteinander verbunden sind.*
Warum genau sich Mensch und Hund verbunden haben, lässt sich nicht eindeutig sagen – vermutlich, weil es für beide Seiten stimmig war.
Wir leben gemeinsam in einer Welt, die vor allem vom Menschen gestaltet wurde. Für Hunde bringt das Herausforderungen mit sich – etwa im Umgang mit Reizen, die für sie eigentlich nicht relevant sind und die sie sich so nicht aussuchen würden.
Und gleichzeitig entsteht dort, wo sich zwei so unterschiedliche Arten begegnen, etwas Neues, etwas Eigenes –
eine Form von Beziehung, Kommunikation und Zusammenarbeit, die weder rein menschlich noch rein hündisch ist – und zutiefst sozial.
Vielleicht ist es genau deshalb so, dass wir – diese zwei Arten – uns gefunden haben und beieinander geblieben sind.
Das meine ich mit „zwischenartlich“.
Als Körpersprachler lernt der Hund meist sehr schnell, uns zu lesen. Doch wir – manchmal ein wenig verkopft – tun uns da oft schwerer: diese „Fremdsprache“ zu verstehen und uns in dieser wortlosen Form überhaupt zu verständigen. Auch deshalb üben wir.
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* Wissenschaftliche Einschätzungen variieren.
Man geht heute davon aus, dass sich die Wege von Mensch und Hund vor vielen tausend Jahren verbunden haben – quasi zu einer Zeit, als der Hund noch Wolf war.
Kurt Kotrschal (2022) beschreibt, dass sich die Genome von Wolf und Hund vor etwa 35.000 Jahren zu unterscheiden begannen.