Bei einer stimmigen Beschäftigung geht es nicht um Leistung oder Prüfung, sondern um Beziehung, Orientierung am Menschen, Zusammenarbeit – und um eine Auslastung, die wirklich guttut.
Ein stimmig ausgelasteter Hund wirkt meist ruhig und zufrieden – nicht nur erschöpft, sondern innerlich ausgeglichen. Er kann liegen bleiben und „muss“ nicht jedes Mal mit, wenn sich jemand bewegt.
Nicht selten fragen sich Menschen, warum ihr Hund auf scheinbar vergleichbare Formen der Auslastung so unterschiedlich reagiert – warum er nach ruhigen, strukturierten Aufgaben oft ausgeglichener wirkt als nach stark aktivierenden Situationen, in denen er zwar körperlich erschöpft, innerlich aber noch aufgedreht ist.
Und stimmig bedeutet für mich mehr als nur artgerecht. Ich meine damit ein Tun,
- das sich an dem orientiert, was Hunde von sich aus tun würden – schnüffeln, suchen, erkunden, …
- das auch vom Menschen gern ausgeführt wird,
- das in einem passenden Maß stattfindet, also auch davon nicht zu viel, nur weil einer von beiden besonders viel Freude daran hat,
- bei dem Mensch und Hund gemeinsam etwas tun – nicht nur nebeneinander, sondern miteinander – und sich möglicherweise sogar gut ergänzen,
- das zu einer vertrauensvollen Beziehung beitragen kann,
- bei dem die einzelnen Elemente ineinandergreifen – und so im Zusammenspiel vielleicht sogar mehr entsteht als durch jedes Element für sich allein.